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Das Lied der Rosenelfen
Kleine Fantasie- und Traumreise

Es ist die Zeit der Rosen. Überall erfreuen sie mit ihren farbenfrohen Blüten die Herzen der Menschen. Auch der Wind liebt sie sehr. Langsam und genüsslich streicht er durch den Park. Er weht sanft und sacht.
Da! Ein, zwei, drei Windstöße fegten ein, zwei, drei mal durch die Rosenbüsche am Parkrand und ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun und mehr rosarote Blütenblätter wirbeln durch die Luft.
Sie tanzen ein Tänzchen und fallen dann zu Boden.
Schön sieht das aus. Wie Sommerschnee.
Doch plötzlich hörst du ein leises Weinen und ein trauriges Singen:
„Unsere Blütenblätter, herrje, verschwunden sind sie. Oh je.“
Immer und immer wieder hörst du dieses kleine Lied.
Wer singt da, fragst du dich und läufst hinüber zu den Büschen.
Wie rosafarbene Tupfer bedecken dort die Blütenblätter den Boden.
Am Rosenbusch aber siehst du leere Blütenknospen, die von einem Kranz brauner Blütenstaubfäden umrahmt sind.
Und aus deren Mitte lugen traurige Gesichtchen. Klitzekleine Tränchen tropfen aus den winzigen Augen der kleinen Wesen und benetzen deren Wangen, so dass diese im Licht der Sonne silbern aufleuchten.
Wie Silbersternchen leuchten sie.
„Seid ihr die Rosenelfen?“, fragst du.
Die Elfen nicken und neue Tränen tropfen aus ihren Augen.
„Die Rosenelfen, ja, das sind wir – und unsere Blütenkleidchen, ja, die verlieren wir. Der Wind raubt sie uns und nun liegen sie am Boden und müssen verwelken. Wir aber müssen ein ganzes Jahr auf neue Blütenblätter warten.“
„Aber bald werdet ihr Hagebuttenelfen sein“, tröstest du. „Mit roten Mäntelchen und braunen Hüten. Ist das nicht toll?“
„Meinst du?“ Die Tränen der Blütenelfen versiegen.
Du nickst und denkst an einen Trostspruch, der dir gut gefallen hat. Ihn möchtest du den Rosenelfen nun schenken.
„Denkt daran“, sagst du und lächelst. „Seid fröhlich und heiter. Es geht immer weiter. Verliert nicht den Mut. Alles wird gut.“
Die Elfen denken darüber nach.
Dann nicken sie. „Stimmt, du hast recht“, sagen sie. „Wir sind fröhlich und heiter, denn es geht immer weiter. Wir sind voller Mut und alles wird gut.“
Du freust dich und fühlst dich gleich auch viel fröhlicher und heiter und voller Mut.
„Ja“, sagst du zum Abschied. „Seid voller Mut, denn alles wird gut.“
„Gut“, danken dir die Elfen. „Gut. Gut. Alles ist gut. Wir sind voller Mut.“
Dann fangen sie wieder zu singen an, die Elfen. Dieses Mal klingt ihr Lied fröhlich und heiter.
Du freust dich.
Noch lange hörst du diesen lieblichen Elfengesang und der klingt so:
„Wir sind fröhlich und heiter, denn es geht immer weiter. Wir sind voller Mut und alles wird gut. Und nächstes Jahr kommen wir wieder und singen für euch unsere Lieder.“

© Elke Bräunling


Hier singen sie, die Rosenelfen. Pssst …!, Foto © Andrea Oberdorfer

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