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Das Winterland im Blätterberg
Herbst-Fantasiereise Igel und Herbstblätter, Herbstende und Winteranfang

Kühl ist es draußen geworden und der Wind hat fast alle Blätter von den Bäumen geweht. Irgendwie traurig sehen die Bäume nun aus, findest du.
Traurig irgendwie fühlst auch du dich ein bisschen. Der Abschied von den warmen Tagen fällt dir nicht leicht.
Du ziehst deine Jacke an, Schal und Mütze und schlüpfst in deine Winterstiefel. Dann gehst du in den Garten.
Trübe ist es hier. Und nasskalt.
„Die Winterzeit ist doof“, maulst du. „Und langweilig.“
Du läufst zum großen Laubberg, den du mit Papa in der Gartenecke angehäufelt hast. Das ganze Laub von der Terrasse, dem Rasen und den Gartenwegen habt ihr hier zu einem kleinen Hügel aufgeschüttet.
„Hallo Winterberg!“, rufst du.
Du nimmst Anlauf und springst mitten in den Laubberg hinein. Das macht Spaß!
Du lachst, bückst dich, packst die Arme voller Blätter und wirfst sie mit Schwung weit über deinen Kopf.
Huiii! Hoch wirbeln die bunten Blätter durch die Luft. Fast könnte man meinen, sie tanzten einen Wirbelwind-Tanz.
Es macht Spaß, den Blättern beim Tanzen und Wirbeln zuzusehen.
Wieder und wieder bückst du dich und wirfst Blätter kunterbunt um dich herum in die Luft.
„Huiiii!“, rufst du.
„Huiiii!“, sirren die Blätter dir zu. „Huiiiiiiii …!“
Du lachst. Deine schlechte Laune ist verschwunden.
„Huiii!“, rufst du noch einmal laut und wirfst einen neuen Schwung Blätter in die Luft. „Huiiii! Huiiii!“
„Huiiii?“, brummelt da eine Stimme im Blätterberg. Sie klingt ein wenig verschlafen. „Was ist hier los? Wer stört meine Winterruhe?“
Erschrocken schaust du auf den Laubberg, der nun gar nicht mehr so hoch ist wie zuvor.
„Ich bin’s nur“, sagst du ein bisschen kleinlaut. „Ich spiele hier.“
„Und ich versuche hier zu schlafen!“, knurrt die Stimme. “Ich bin ein Igel und du weißt, dass wir Igel in Herbstlaubhöhlen unseren Winterschlaf halten. Gerade war ich eingeschlafen und du hast mich nun wieder aufgeweckt!“
„Das tut mir leid, lieber Igel“, rufst du.
Dann sammelst du schnell das Laub ein und häufelst es wieder zu einem hohen Blätterberg zusammen.
„Es muss dir nicht leid tun“, brummt der Igel. Dann kichert er. „Spaß und Freude sind wichtig. Und Lachen. Gerade an trüben, kalten Tagen. Dafür wache ich gerne noch einmal auf. Jetzt aber muss ich mich wieder einkuscheln und schlafen. Die Nacht wird kalt werden. Der Winter kommt.“
„Ich bin gleich weg“, versprichst du dem Igel.
„Ich auch. Im Winterland nämlich“, sagt der Igel. „Dort treffe ich im Traum meine Kollegen. Mach’s gut! Im Frühling sehen wir uns wieder.“
„Au ja“, rufst du. „Und dann erzählst du mir vom Winterland, einverstanden?“
Der Igel aber antwortet nicht mehr.
Du legst noch ein paar Zweige, die der Wind von den Bäumen gerissen hat, schützend auf den Blätterberg und verabschiedest dich von deinem neuen Freund, dem müden Igel.
„Schlaf gut und träume schön!“, sagst du.
Dann gehst du ins Haus zurück. Du freust dich auf dein warmes Zimmer. Außerdem möchtest du nun auch ein bisschen träumen. Vom Winterland.
© Elke Bräunling

Igel auf der Suche nach einem Winterschlafplatz, Foto © Andrea Oberdorfer


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Der kleine Igel und der große Hunger
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