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Die Reise ins Weihnachtsland
Traumreise für die Adventszeit und die Tage vor Weihnachten

Im Radio hast du ein Lied gehört. Ein Lied vom Weihnachtsland.
Weihnachtsland?
„Wo liegt dieses Land?“, willst du wissen. „Kann man es besuchen?“
Eine Antwort kann dir niemand darauf geben.
Ob es im Himmel ist?, überlegst du und gehst in den nahen Park. Dort setzt du dich auf eine Schaukel und schaust in die Kronen der alten, hohen Bäume.
Durch die winterkahlen Äste siehst du weißgraue Winterwolken, die über den Himmel ziehen und das zarte Himmelsblau immer wieder mit ihren Schleiern zudecken.
„Kennt Ihr das Weihnachtsland?“, rufst du ihnen zu.
Die Wolken aber antworten dir nicht. Sie haben es eilig.
Langsam schaukelst du hin und hier und schließt dabei die Augen.
Du denkst ans Weihnachtsland, so, wie du es dir vorstellst.
Ein schönes Land ist es. Überall glitzert und flimmert es wie auf einem großen Märchenweihnachtsmarkt. Musik erklingt, und es duftet süß nach Lebkuchen.
Hm! Schön!
„Hallo, Weihnachtsland!“, sagst du leise.
„Hallo!“, antwortet eine fremde Stimme ebenso leise. „Sei willkommen im Weihnachtsland!“
Du schaust auf und staunst. Der Park hat sich so sehr verändert, dass du glaubst, an einem anderen, fremden Ort zu sein.
Eine kleine Fee steht vor dir und lächelt dir zu.
„Wo bin ich?”, fragst du.
„Im Weihnachtsland”, antwortet die kleine Fee.
„Das Weihnachtsland ist nur ein Traum“, sagst du und lachst.
Da lacht auch die kleine Fee. “Träume können manchmal wahr werden. Komm!“
Du springst von der Schaukel und folgst der kleinen Fee.
Ihr kommt zu einer Wiese. Es ist eine ganz normale Wiese. Nichts schimmert golden und silbern, es bimmeln keine hellen Glöckchen, und Schnee gibt es hier auch nicht. Nein, Blumen blühen, Schmetterlinge tanzen um die Blüten und am Ende der Wiese steht eine Eiche mit einem dicken Stamm und einer mächtigen Krone.
„Ich dachte, hier gibt es Lichterbäume mit Sternenmusik, Engeln, Weihnachtsmännern und Lebkuchen”, murmelst du.
Wieder lächelt die kleine Fee. „Träume haben ihre eigenen Geheimnisse. Sie sind nie so, wie man sie sich vorstellt.“
Langsam geht ihr über die Wiese zu der Eiche hinüber und dort entdeckst du in dem mächtigen Baumstamm ein Tor.
“Das ist das Märchentor”, sagt die Fee. „Es führt in das nächste Weihnachtsland!”
„Das nächste?“ Du wunderst dich.
“Das Weihnachtsland hat viele unterschiedliche Bilder“, erklärt dir die kleine Fee. „Um sie zu sehen, musst du durch viele Türen gehen. Genau genommen sind es 24 an der Zahl. Und jede Tür, die du durchschreitest, bringt dir Weihnachten ein kleines bisschen näher.”
Wieder staunst du. “Das ist ja wie ein großer Adventskalender!”
Die Fee lächelt und nickt.
“Durch die erste Tür bist du schon gekommen“, erklärt sie dir. „Es ist das Traumtor, denn du hast dich hierher auf diese Wiese geträumt.”
“Dieses Traumtor habe ich gar nicht gesehen!“, sagst du verwundert.
„Es ist unsichtbar wie alle Träume”, erklärt dir die kleine Fee.
“Sind die anderen Türen auch unsichtbar?”, möchtest du wissen.
„Finde es heraus! Die Weihnachtszeit ist eine geheimnisvolle Zeit. Du wirst staunen.”
Mehr verrät dir die Fee nicht und ehe du etwas antworten kannst, ist sie verschwunden.
Du willst ihr hinterher laufen und öffnest die Augen.
Da stellst du fest, dass du wieder – oder immer noch? – auf der Schaukel im Park sitzt und in den Winterhimmel, der durch die Baumkronen blitzt, schaust.
„Habe ich das eben geträumt oder bin ich wirklich im Weihnachtsland gewesen?”, murmelst du.
Dann stehst du auf und gehst nach Hause.
Morgen, nimmst du dir vor, wirst du wieder ins Weihnachtsland reisen. Mal sehen, durch welche Tür du dieses Mal “gehen” wirst.

© Elke Bräunling

Zu dieser Fantasiereise gibt es auch eine Geschichte. Du findest sie HIER: Weihnachtsland