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Viele bunte Weihnachtspäckchen
Weihnachtsfantasie / Fantasiereise zur Weihnachtszeit / Wichtelfantasie

Bald ist Weihnachten.
Du bist ganz aufgeregt.
Alles ist so spannend ringsum und deine Eltern tun sehr geheimnisvoll.
Du liegst im Bett und sollst eigentlich einschlafen.
Aber du bist zu aufgeregt. Wegen Weihnachten.
Und neugierig bist du. Auch wegen Weihnachten.
Zu gerne möchtest du wissen, was deine Eltern reden und was sie sich ausdenken.
Vielleicht ist es eine ganz tolle Weihnachtsüberraschung?
Du grübelst und grübelst und dein Herz schlägt schneller und lauter als sonst vor lauter Grübeln und Aufregen.
„Es ist spät. Augen zu und schlafen!“, sagt Mama.
Du schließt die Augen.
Einschlafen aber kannst du nicht.
Weil du so aufgeregt und neugierig bist.
Du spürst, wie dein Herz heftig pocht. Und weil es so heftig pocht, fühlst du dich noch weniger müde. Nein, ganz wach fühlst du dich.
Gerade, als du wieder die Augen öffnen willst, hörst du ein leises Singen.
Es ist ein hohes, fröhliches Singen und es klingt so schön nach Weihnachten, dass du die Augen nun fest zuhältst.
Du glaubst nämlich, dieses schöne Singen würde sofort verschwinden, wenn du die Augen öffnest.
„Bleib bei mir!“, flüsterst du.
Dann beginnst du mitzusummen. Und bald kannst du auch den Text singen. Der geht so:

„Viele bunte Weihnachtspäckchen
stapeln sich in jedem Eckchen
hübsch verpackt auf Päckchenbergen
alle von den Weihnachtszwergen.
Für die Kinder, wohl bekannt,
packen wir Päckchen im Wichtelland.“

Wieder und wieder singst du das kleine Lied, und auf einmal bist du ganz woanders.
Du sitzt in einem großen Raum in einem Schaukelstuhl. Rings um dich herum wuseln hundert und mehr kleine Wichtelkerle. Sie sind sehr beschäftigt. Sie singen und packen viele bunte Weihnachtspäckchen. So viele, dass du sie nicht zählen kannst.
Immer wieder wuselt ein neuer Wichtel an dir vorbei. Und jeder Wichtel trägt ein neues, aufregend glitzerndes Päckchen, das er an die hintere Wand des großen Raumes legt.
Schon ein hoher bunter Päckchenberg stapelt sich dort.
Du staunst.
Sooo viele Päckchen. Sooo viele Geschenke. Sooo viele Überraschungen.
Einer der Wichtel, der gerade mit einem Päckchen an dir vorbei läuft, zwinkert dir zu.
Du willst etwas sagen, doch schon ist der Weihnachtswichtel verschwunden. Ihm folgt ein zweiter, ein dritter, ein vierter, ein …
Immer schneller wuseln die Weihnachtswichtel mit immer mehr Päckchen an dir vorbei.
Du willst sie zählen.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs … und mehr, immer mehr.
Sooo viele Weihnachtswichtel.
Und sooo viele Weihnachtsüberraschungen in sooo vielen bunten Päckchen.
Sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf …
Du wirst müde.
Aufgeregt bist du nun nicht mehr und dein Herz schlägt nun auch wieder ganz ruhig und gleichmäßig.
Eigentlich möchtest du nun gerne schlafen.
Aber ist es nicht unhöflich, Gast im Wichtelland zu sein und einfach so einzuschlafen?
Also zählst du weiter.
Das Zählen ist ganz schön anstrengend.
Du zählst weiter und zählst und zählst …
Und eigentlich bist du längst eingeschlafen und schaust im Traum den Weihnachtswichteln beim Päckchen packen zu.
Oder?

© Elke Bräunling