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Das Lied des Feuers
Fantasiereise für kühle Tage – Ein Traum vorm warmen Kamin

Es ist kalt draußen und nass.
Früh wird es schon dunkel.
Du sehnst dich nach Licht und Wärme und nach einem trockenen Plätzchen. Am liebsten möchtest du dich in einen Sessel kuscheln, der an einem Ofen steht. Oder du träumst davon, vor einem offenen Kamin zu liegen. Einem Kamin, in dem heimelig ein Feuer brennt. Du denkst an Holzscheite, die im Feuer knacken und die eine wohlige Wärme verbreiten.
So einen Kamin, wie du ihn von Bildern her kennst, wünschst du dir.
Du wünschst dir seine Wärme und seine Gemütlichkeit.
Du denkst an diesen wohlig warmen Kamin.
Und du schließt die Augen.
Du stellst dir vor, du sitzt auf einem dicken, weichen Kissen vor einem Kamin.

Und dann siehst du ihn, den wohlig warmen Kamin.
Er ist aus weißen Steinen gemauert und er ist so groß, dass ein erwachsener Mensch ihn betreten könnte. Dicke Holzscheite sind auf dem Rost zu einem Holzstoß aufgeschichtet. Der ruht auf kleinen Hölzern, die zum Anfeuern dienen.
Wie sehr wünschst du dir die Wärme eines Feuers nun.
Du greifst nach einem dieser langen Zündhölzer, entzündest es und hältst es an die Anfeuerhölzchen, auf denen der Holzstapel ruht.
Psst!
Du hörst es leise knistern und knacken. Schon züngeln erste kleine Flämmchen aus den Hölzchen heraus. Sie wachsen, werden größer, knistern laut und lauter und flackern an den Holzscheiten empor.
Überall im Kamin knistert und knackt es nun und bald lodern Flammen aus allen Hölzern im Stapel, der auf dem Kaminrost liegt.
Langsam, ganz langsam wandert die Wärme, die das kleine Feuer ausstrahlt, bis zu dir herüber.
Du freust dich und hältst die kalten Hände nahe an das Feuer.
Wie gut sie tut, die Wärme.
Sie wandert von deinen Fingern in die Hände und Arme und erreicht deinen Körper, dein Gesicht.
Hmm! Gut fühlt sich das an. Wohlig. Kuschelig.
Das kalte, nasse Wetter draußen vor der Tür ist vergessen.
Spürst du die Wärme des Feuers in Fingern, Händen, Armen, am Körper, im Gesicht?
Fühle!
Stelle es dir genau vor.
Du fühlst dich warm. Kuschelig warm.
So gut tut sie, die Wärme!
So gut!
Spürst du sie?
Und spürst du, wie du dich ruhig und wohl und kuschelwarm fühlst?
Ruhig und wohl und kuschelwarm.
Das Holz im Kamin knackt laut. Das Knacken erzählt dir von der Arbeit, die die Flammen verrichten.
Hörst du es?
Und da! Jenes Sirren! Luft entweicht den Holzscheiten.
Leise sirrt es und singt dir eine Melodie vor.
Es ist die Melodie des Holzes und der Flammen.
Psst! Hörst du sie?
Leise, ganz leise singen sie dir ihr Lied vor. Das Lied des Feuers.
Lausche der Musik des Feuers.
Lausche den Geschichten der Holzscheiten.
Höre die Lieder der Flammen.
Genieße die Wärme, die sie dir schenken.
Genieße und danke und freue dich über das Geschenk, das Holz und Feuer dir machen.
Psst!

© Elke Bräunling

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