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Das Frühlingslied der Wassertropfen
Fantasiereise – Traumreise zur Schneeschmelze – Fantasiereise Schneeglöckchenerwachen

In der Nacht ist warme Luft gekommen. Sie legt sich über das Schneeland und weckt die Wassertropfen, die in der Schneedecke schlummern, aus ihrem Winterschlaf. Die Eiszapfen an den Dachrinnen umarmt sie so warm, dass die zu schwitzen beginnen und klein und kleiner werden.
Tropf, tropf, tropf! Ringsum tröpfeln Eiszapfentränen von Dächern, Steinen und Zäunen.
Tropf, tropf, tropf! Ringsum springen viele kleine Wassertröpfchen aus ihrem Schneeflockenkleid und hüpfen von den Ästen der Bäume und Büsche, von Grashalmen, Dächern, Fensterbänken und Schneemannköpfen.
Tropf, tropf, tropf!
Von überall her hörst du dieses „Tropf, tropf, tropf!“
Es klingt wie eine Melodie.
Eine Frühlingsmelodie.
Du schließt die Augen und lauschst dem Frühlingslied der Wassertropfen.
„Tropf, tropf, tropf!“, singen die Wassertropfen.
Sie klingt schön, die kleine Melodie.
Sanft und leise.
„Tropf, tropf, tropf!“
Und „Tropf, tropf, tropf!“, singst nun auch du.

„Tropf, tropf, tropf!
Von des Schneemanns Schopf
tanzen Tröpfchen in die Welt,
wie vom Frühling wohl bestellt.
Tropf, tropf, tropf!

Tropf, tropf, tropf!
Vom Baum auf meinen Kopf
tropfen Tröpfchen, eins, zwei, drei,
sind von Schnee und Eise frei.
Tropf, tropf, tropf!“

Du singst dieses Wassertropfenfrühlingsliedchen wieder und wieder – und auf einmal bist du auch ein Wassertröpfchen.
Langsam tropfst du von der Stirn des Schneemanns und -kugelst über die Schneemannbacken hinab zum dicken, runden Schneemannbauch.
Dort hältst du einen kleinen Moment inne, atmest tief ein und aus, dann lässt du dich weiter fallen und – tropf, tropf – landest du zu Füßen des Schneemannes.
„Wie schön, dass du kommst! Ich freue mich und ich brauche dich!“, ruft dir vom Boden ein Stimmchen entgegen.
Das Schneeglöckchen ist’s. Mit einer klitzekleinen Blattspitze ragt es aus der Erde heraus und wartet darauf, wachsen zu dürfen.
„Hilf mir, kleiner Wassertropfen!“, bittet es dich. „Ich bin durstig und muss trinken, damit ich wachsen und meinen Stängel mit der Blüte aus der Erde hervor lupfen kann.“
Du freust dich und springst mit einem leisen ‚Pling’ auf die kleine Schneeglöckchen-Blattspitze. Von da kullerst du weiter zum Boden und tauchst in die Erde hinein.
Auch hier duftet es süß nach Frühling. Hmmm!
Du hältst wieder inne und atmest tief ein und aus, dann umarmst du mit deinen Wassertropfenarmen die Blumenzwiebel und schenkst ihr dein leckeres Nass.
Ganz fest haltet ihr euch … und werdet eins.
Du fühlst dich wohl bei der Blumenzwiebel. Sie wärmt dich.
Gemeinsam ruht ihr euch nun noch ein wenig aus und freut ihr euch auf den nächsten Sonnentag, an dem ihr mit eurer Schneeglöckchenblüte die Sonne und den Frühling begrüßen werdet.

© Elke Bräunling

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