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Das Lächeln der Frühlingsveilchen
Fantasiereise – Atempause

Auf deinem Fensterbrett steht ein runder, irdener, blau bemalter Topf. Blümchen haben hier ihr Zuhause. Fröhliche, bunte Hornveilchen mit fröhlichen Blütengesichtern.
Wenn du an deinem Schreibtisch sitzt, fällt dein Blick sofort auf das Blütenbunt draußen vor dem Fenster. Gerne unterbrichst du deine Arbeit und tauchst deinen Blick in das Farbenmeer der kleinen Blümchen. Sie locken mit ihrer Farbenpracht und dem honigsüßen Duft. Es ist, als riefen sie dir ein „Sieh nur und schnupper mal! Der Frühling ist da!“ zu.
Du liebst sie sehr. Ein Frühling ohne Hornveilchen ist kein richtiger Frühling für dich.
Viele Male am Tag öffnest du das Fenster und betrachtest dir die Blümchen.
Es sind fröhliche Blümchen mit gelben, weißen und violetten Blütenblättern und einem dunkelbraunen Strahlenkranz, der wie ein Sternchen den Blütenstempel umgibt. Der malt ihnen so etwas wie ein freundliches Gesicht in ihre Blüten.
Du siehst es genau.
Schau sie dir an, die Blüten der kleinen Hornveilchen!
Irgendwie, findest du, ähneln sie kleinen Lachgesichtern. Oder auch bunten Schmetterlingen, die dir in der Brise des sanften Frühlingswindes zulächeln. Und wenn du sie ansiehst, fühlst du dich gleich ein bisschen fröhlicher.
„Schmetterlingsblümchen mit lustigen Lachgesichtern“, sagst du und winkst den bunten Blütenköpfchen zu.
Und manchmal winken die Blümchen zurück.
Einige Male meinst du sogar, sie kichern zu hören. Und singen:
„Wir sind die Frühlingsveilchen und bleiben hier ein Weilchen bei dir in diesem Jahr. Wir wollen Freude bringen und ein Liedchen dir singen: Der Frühling, der ist da.“
Auch heute singen sie dir ihr Lied vom Frühling.
Du hörst es genau.
Du lächelst, öffnest das Fenster und tauchst dein Gesicht in das fröhlich bunte, süß duftende Blütenbüschel.
Angenehm fühlt sich das an.
Und wie sie duften, die kleinen Blümchen.
Du schnupperst und genießt den Blütenduft.
Sie duften nach Frühlingsluft, Frische und Wärme. Und nach Erdbeereis.
Tief atmest du durch und saugst diesen köstlichen Duft in dich ein.
„Frühling und Erdbeereis“, murmelst du.
Tief atmest du ein und aus und fühlst die Kraft des Frühlings.
Deine Atmung geht ruhig und gleichmäßig.
Ein und aus.
Du atmest den Frühling.
Ein und aus.
Frühling und Erdbeereis.
Ein und aus.
Ruhig und gleichmäßig.
Den Frühling atmen.
Frühling.
Wohl fühlst du und ruhig.
Du lächelst und fühlst dich ruhig, entspannt und fröhlich wie die kleinen Hornveilchen mit den Lachgesichtern.
„Danke“, rufst du ihnen zu.
Dann kehrst du an deinen Schreibtisch zu deiner Arbeit zurück.

© Elke Bräunling